In Erinnerung an Tayo

Vor drei Jahren kam Tayo als Häufchen Elend in unsere Pflegestelle.

 Ein alter Kater, ungeliebt, verjagt, verletzt – sogar mit Steinen beworfen. Seine Seele war scheu, sein Körper gezeichnet.

Doch langsam lernte er Vertrauen. Er wurde stark, übernahm das stille Regiment in unserer Katzenscheune – nie mit Gewalt, sondern mit einer würdevollen Klarheit.

Für uns wurde er ein anhänglicher Begleiter, immer in unserer Nähe, ohne sich aufzudrängen.

Er war mehr als ein Pflegekater – er war ein Symbol dafür, was Liebe, Geduld und Zuwendung bewirken können.

Am 31. August 2025 endete seine Kraft.

Doch seine Geschichte bleibt – als Botschaft für alle Tiere, die noch auf eine zweite Chance warten.

Geliebt – geborgen – unvergessen!

 
 
 
 
 
 
           
 
 
  Oswald
 
Nur wenige Monate durften wir dich begleiten – und doch warst du etwas ganz Besonderes.
Fast blind hast du deine kleinen Freigänge genossen und vor allem die Nähe deiner Pflegemama Petra. Bei ihr hast du dich sicher gefühlt.
Wir hätten dir so sehr noch einen Frühling und Sommer gewünscht. Es sollte nicht sein.
Liebe Petra – danke, dass du ihm in seiner letzten Zeit so viel Wärme, Geduld und Liebe geschenkt hast. 🤍
Mach’s gut, kleiner Schatz. Du wirst sehr vermisst.
 
 
 
 
 
 
 
                                                                                                           
 
Casper
 
Heute mussten wir unseren Pflegekater  gehen lassen.
Seine Pflegemama bemerkte, dass er beim Streicheln schmerzempfindlich war. Mit Schmerzmedikation ging es ihm kurz besser – er spielte sogar noch ein wenig. Doch bei genauerer Untersuchung zeigte sich das ganze Ausmaß seines Leidens: vergrößerte Pfoten, hängende Ohren, schwerste Arthrose, deformierte Gliedmaßen …
und schließlich die erschütternde Diagnose: wahrscheinlich Blutkrebs.
Wir mussten Casper erlösen, um ihm weiteres Leiden zu ersparen. 🌈
Sein Körper trug deutliche Merkmale einer sogenannten Qualzucht. Bei Rassen wie der Scottish Fold werden Katzen absichtlich mit Genen gezüchtet, die zu Knickohren und rundlichen Pfoten führen – für viele Menschen niedlich, für die Tiere jedoch lebenslanges Leid. Hinter diesen „süßen“ Merkmalen verbergen sich Schmerzen, Gelenkdeformationen und Krankheiten, die ein normales Katzenleben unmöglich machen.
👉 Bitte denkt daran: Tiere sind kein Modeaccessoire. Wer solche Zuchten unterstützt, trägt dazu bei, dass Katzen wie Casper ihr Leben lang leiden müssen – nur, weil sie einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen sollen.
Casper hat uns noch einmal deutlich gezeigt, warum wir niemals müde werden dürfen, aufzuklären. Für ihn kam jede Hilfe zu spät – für viele andere vielleicht nicht, wenn Menschen endlich umdenken. 🐾
 
Lasst uns gemeinsam laut sein gegen Qualzuchten. Für Casper. Für alle, die noch kommen.
 
 
 
 
 
         Lolina
 
Lolina war früher ein wildes, starkes Wesen. Sie lebte jahrelang an einer Futterstelle – draußen, in Freiheit.
Sie war eigenständig, stolz, eine Kämpferin.
Und nun?
Blind. Taub. Gefangen – nicht nur im Haus, sondern auch in sich selbst.
Sie saß stundenlang im Katzenklo, kam kaum noch raus. Sie fraß, ja. Und sie ging aufs Klo. Aber dazwischen: Leere. Orientierungslosigkeit. Sie rannte oft gegen Wände, schien gar nicht mehr zu wissen, wo sie war.
Viele sagten: „Aber sie frisst doch noch.“
Doch für mich war klar: Das allein ist kein Maßstab für Leben. Nicht für Lebensqualität.
Wahrscheinlich lag ein neurologisches Problem vor. Aber mit fast 15 Jahren hätte eine Diagnostik keine Veränderung mehr gebracht – nur zusätzlichen Stress. Und so blieb nur mein Gefühl. Mein Blick. Mein Mitgefühl. Und die Verantwortung, die ich als Pflegestelle übernommen habe.
Tierschutz bedeutet nicht nur zu retten – sondern auch zu begleiten. Und manchmal heißt das: loslassen.
Nicht zu früh. Nicht zu spät. Sondern im richtigen Moment.
Ich habe Lolina nicht aufgegeben.
Ich habe ihr zurückgegeben, was sie verloren hatte: Freiheit.
Mach’s gut, kleines wildes Herz. Jetzt darfst du wieder draußen sein – ohne Schmerz, ohne Grenzen.